NFG Zukunftspreis 2026
Wohnqualität & Zukunft
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Auszeichnung für ein Wohnprojekt, das neue Wege beim Bauen und Wohnen geht: DASMOORITZ – mooriges Wohnen mit Kraut & Radl in Gauting – ist Gewinner des erstmals vergebenen NFG Zukunftspreises VESTA 2026 in der Kategorie „Wohnqualität & Zukunft“. Geschäftsführer Joachim Surhoff nahm den Preis beim NFG Zukunftsgipfel in Berlin entgegen.
Was macht ein Wohnprojekt zukunftsfähig? Beim MOORITZ setzt die BHB Unternehmensgruppe auf eine Kombination verschiedener Ansätze, die im Wohnungsbau bislang selten zusammengedacht werden. Das Projekt verbindet Holz-Hybridbauweise, den Gebäudetyp E, ressourcenschonende Baustoffe und Materialien aus der Paludikultur mit einem neuen Verständnis von Gemeinschaft, Mobilität und sozialer Mischung. Im MOORITZ entsteht bezahlbarer Wohnraum für Pflegekräfte, Auszubildende und Studierende.
Besonders ist dabei der Einsatz von Moorbaustoffen. Sie stammen aus der Paludikultur – einer Form der landwirtschaftlichen Nutzung wiedervernässter Moorflächen. Statt Moore für die Landwirtschaft zu entwässern, können dort Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Seggen angebaut werden. Die nachwachsenden Rohstoffe lassen sich unter anderem als Baumaterial nutzen. Damit versucht das MOORITZ, zwei Themen zusammenzubringen, die bisher häufig getrennt betrachtet werden: Klimaschutz und Bauen.
Auch beim Mobilitätskonzept geht das Projekt einen eigenen Weg. Die Idee entstand unter anderem aus dem Austausch mit der IBA München und stellt die Frage, wie ein Quartier gestaltet werden kann, wenn das eigene Auto nicht mehr selbstverständlich im Mittelpunkt steht und das Projekt durch seine Lage direkt am Bahnhof mit ÖPNV und Radverkehr optimal angebunden ist.
Nach gut drei Jahren Konzept- und Planungsarbeit hat das Team der BHB viel gelernt über die Herausforderungen des Bauens mit schnell nachwachsenden Rohstoffen.
„Wir können keinesfalls behaupten, schon auf alle Fragen Antworten gefunden zu haben. Aber wir können zumindest zeigen, was heute bereits möglich ist“, sagt Geschäftsführer Joachim Surhoff anlässlich der Preisverleihung.
Genau darin liegt der Anspruch des Projekts: Innovation nicht als fertige Technologie zu verstehen, sondern als Prozess. Neue Materialien müssen erprobt, Erfahrungen gesammelt und Lösungen gemeinsam weiterentwickelt werden. Gerade beim Einsatz von Paludikultur im Bauwesen gibt es noch zahlreiche offene Fragen – von Verfügbarkeit und Verarbeitung bis zu Normen, Zulassungen und wirtschaftlicher Skalierbarkeit.
Das MOORITZ will deshalb nicht nur bauen, sondern Erfahrungen schaffen, von denen andere profitieren können.
Innovation entsteht im Netzwerk
Dass ein solches Projekt überhaupt entstehen kann, liegt auch an einem Netzwerk von Menschen und Institutionen, die unterschiedliche Perspektiven eingebracht haben.
Für die Auseinandersetzung mit dem Gebäudetyp E gilt der Dank Elisabeth Endres. Eine wichtige Rolle spielte die TUM School of Engineering and Design, insbesondere der Lehrstuhl von Prof. Fanelsa und seine Studierenden. Auch die IBA München war ein wichtiger Impulsgeber. Im Rahmen der Bewerbung als Projektkandidat entstand dort die Inspiration, Mobilität im Quartier neu zu denken.
Inspiriert wurde das Projekt zudem durch den Austausch mit Vera Schröder von der SZ, Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz und Werner Theuerkorn im Rahmen der MCBW.
Drei Projekte, drei Wege in die Zukunft
Wie vielfältig die Antworten auf die Frage nach dem Bauen der Zukunft sein können, zeigt auch der Blick auf die weiteren Preisträger des VESTA Zukunftspreises 2026. Die erstmals vergebene Auszeichnung wurde in drei Kategorien vergeben:
Wohnqualität & Zukunft: DASMOORITZ, BHB Unternehmensgruppe
Nachhaltiges Bauen: Umzugsfähiges Hallenbad in Stuttgart-Zuffenhausen, POOL out of the BOX mit 4a Architekten
Energie & Innovation: Überseeinsel, Denkmalstadt
Gemeinsam ist ihnen der Versuch, bestehende Routinen im Bauen zu hinterfragen und neue Lösungen praktisch zu erproben.
Dass der VESTA Zukunftspreis 2026 erstmals vergeben wurde, wertet BHB deshalb als Signal dafür, dass Themen wie Innovation, Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche zunehmend Raum bekommen.
Für die BHB ist die Auszeichnung vor allem ein Ansporn, die Erfahrungen aus dem MOORITZ weiterzugeben. Insbesondere beim Einsatz von Paludikultur und schnell nachwachsenden Rohstoffen sollen Erkenntnisse nicht im eigenen Projekt bleiben, sondern andere dazu ermutigen, darauf aufzubauen und eigene Lösungen zu entwickeln.
Denn manchmal entsteht Fortschritt nicht dadurch, dass bereits alle Antworten gefunden sind. Sondern dadurch, dass jemand bereit ist, die erste Frage anders zu stellen.
Weiter ausprobieren. Weiterbauen. Weiterdenken.






